Was bedeuten Filterklassen? ISO 16890, F7, M5 und EPA erklärt
Die Qualität der Innenraumluft hat einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Energieeffizienz von Gebäuden. Zu den wichtigsten Komponenten einer Lüftungsanlage gehören Luftfilter, deren Aufgabe es ist, Staub, Pollen, Feinstaub und andere Verunreinigungen aus der Luft zu entfernen. Im Zusammenhang mit Filtern stößt man häufig auf Bezeichnungen wie F7, M5, ePM1, ePM10 oder EPA. Doch was bedeuten diese Filterklassen eigentlich und wie hängen sie zusammen?
In diesem Artikel erklären wir die gängigsten Filterklassifizierungen sowie die Unterschiede zwischen den früheren EN-779-Klassen und dem heutigen Standard ISO 16890.
Warum sind Filterklassen wichtig?
Die Filterklasse gibt an, wie effektiv ein Filter Partikel unterschiedlicher Größe aus der Luft entfernt. Die Wahl des richtigen Filters beeinflusst:
Die Reinheit der Innenraumluft
Die Leistung der Lüftungsanlage
Die Energieeffizienz
Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Gebäudenutzer
Die Lebensdauer von Geräten und Lüftungskanälen
Insbesondere in modernen Gebäuden werden immer höhere Anforderungen an Luftfilter gestellt, um gesundheitsschädliche Feinstaubpartikel wirksam zu reduzieren.
Das frühere Klassifizierungssystem: EN 779 und die Klassen G, M und F
Über viele Jahre hinweg wurde in Europa die Norm EN 779 verwendet. Dabei wurden Filter in drei Hauptgruppen eingeteilt:
G-Klasse-Filter
G-Klasse-Filter (G1–G4) entfernen die größten Staub- und Schmutzpartikel.
Typische Einsatzbereiche sind:
Vorfiltration
Industrielle Lüftungsanlagen
Schutz von Maschinen und Anlagen
Im heutigen ISO-16890-System entsprechen sie in der Regel der Kategorie Coarse.
M-Klasse-Filter
M-Klasse-Filter (M5 und M6) sind Filter mittlerer Effizienz.
Sie dienen zur Entfernung von:
Feinerem Staub
Pollen
Anderen mittelgroßen Partikeln
M5-Filter werden häufig als Vorfilter vor leistungsstärkeren Feinfiltern eingesetzt.
F-Klasse-Filter
F-Klasse-Filter (F7–F9) werden als Feinfilter bezeichnet.
Sie entfernen wirksam:
Straßenstaub
Pollen
Verbrennungspartikel
Einen Teil der Feinstaubpartikel
Insbesondere der F7-Filter war über viele Jahre eine der am häufigsten eingesetzten Filterklassen in Büros, Schulen und Wohngebäuden.
ISO 16890 – Der aktuelle internationale Standard
Im Jahr 2018 wurde die Norm EN 779 durch die neue Norm ISO 16890 ersetzt, die die Filterleistung deutlich genauer beschreibt.
Früher wurden Filter unter Laborbedingungen mit Partikeln bestimmter Größen getestet. ISO 16890 basiert dagegen auf den Partikelgrößen, die tatsächlich in der Außenluft vorkommen.
Die Klassifizierung erfolgt danach, wie effizient ein Filter folgende Partikelgrößen entfernt:
PM1-Partikel (kleiner als 1 Mikrometer)
PM2,5-Partikel (kleiner als 2,5 Mikrometer)
PM10-Partikel (kleiner als 10 Mikrometer)
PM steht für „Particulate Matter“, also luftgetragene Partikel.
Was bedeuten ePM1, ePM2,5 und ePM10?
Nach ISO 16890 wird die Filterleistung als prozentualer Abscheidegrad angegeben.
ePM1 70 %
Der Filter entfernt durchschnittlich 70 % aller Partikel mit einer Größe von weniger als 1 Mikrometer.
Dazu gehören beispielsweise:
Verkehrsbedingte Feinstaubpartikel
Verbrennungspartikel
Einige der gesundheitsschädlichsten Luftschadstoffe
ePM2,5 65 %
Der Filter entfernt etwa 65 % aller Partikel kleiner als 2,5 Mikrometer.
Dazu zählen unter anderem:
Feiner Staub
Bestimmte Rauchpartikel
Luftschadstoffe
ePM10 80 %
Der Filter entfernt etwa 80 % aller Partikel kleiner als 10 Mikrometer.
Hierzu gehören:
Pollen
Baustäube
Größere lungengängige Partikel
Wie lässt sich F7 mit ISO 16890 vergleichen?
Dies ist eine der häufigsten Fragen beim Austausch von Luftfiltern.
Da die Prüfverfahren unterschiedlich sind, gibt es keine exakte Entsprechung für die frühere F7-Klassifizierung. In den meisten Fällen entspricht ein F7-Filter ungefähr:
ePM1 50–70 %
Die genaue Einstufung hängt vom Hersteller und der Konstruktion des Filters ab.
Deshalb sollte eine F7-Klassifizierung nicht ohne die technischen Daten des Herstellers direkt mit einer bestimmten ISO-16890-Klasse verglichen werden.
Was sind EPA-Filter?
EPA-Filter gehören zu einer leistungsstärkeren Filtergruppe als herkömmliche Feinfilter für Lüftungsanlagen.
EPA steht für:
Efficient Particulate Air
Nach der Norm EN 1822 werden EPA-Filter in folgende Klassen eingeteilt:
EPA E10
EPA E11
EPA E12
Sie entfernen sehr effizient kleinste Partikel und Aerosole.
Typische Einsatzbereiche sind:
Krankenhäuser
Labore
Reinräume
Lebensmittelindustrie
Elektronikindustrie
EPA-Filter liegen hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit zwischen herkömmlichen Lüftungsfiltern und HEPA-Filtern.
Wie wählt man den richtigen Filter?
Die Wahl des richtigen Filters hängt vom jeweiligen Einsatzbereich ab.
Wohngebäude
Typischerweise werden empfohlen:
Zuluftfilter der Klasse ePM1
Abluftfilter der Klasse Coarse
Diese Kombination sorgt für eine gute Innenraumluftqualität und eine hohe Energieeffizienz.
Bürogebäude und öffentliche Einrichtungen
Häufig eingesetzt werden:
ePM1 50–70 %
Filter der Klasse ePM2,5
Diese reduzieren Feinstaubpartikel aus der Außenluft besonders effektiv.
Spezielle Anwendungen
In Krankenhäusern, Laboren und Reinräumen werden häufig benötigt:
EPA-Filter
HEPA-Filter
Mehrstufige Filtersysteme
um die erforderliche Luftreinheit zu gewährleisten.



